GEWINNT „LEFTY“ SEIN VIERTES MASTERS?
MASTERS TOURNAMENT
Der dritte Tag des 76. Masters auf dem Augusta National Golf Club brachte erneut ein komplett neues Leaderboard. Der Samstag war im wahrsten Sinne des Wortes ein "Moving Day". Nach dem Freitag hatten noch der ehemalige Masters-Sieger Freddie Couples und der in Europa eher unbekannte Jason Dufner das Leaderboard angeführt. Beide erwischten jedoch am Samstag einen schlechten Tag und fielen auf -2 mit jetzt 7 Schlägen Rückstand auf den führenden Schweden Peter Hanson zurück. Für Couples war dies eine Art Deja Vu vom letzten Jahr. Denn genau dasselbe passierte ihm auch 2011 am Samstag, als er als einer der führenden Spieler nach dem Freitag dann am Samstag abstürzte. Dieses Deja Vu gilt ebenso für den Nordiren und aktuellen Weltranglistenzweiten Rory McIlroy. Nachdem der letztjährige Sieger der US Open schon 2011 beim Masters nach dem Samstag komfortabel geführt hatte und dann am Sonntag komplett einbrach, erwischte es ihn diesmal am Samstag. Von Platz 3 fiel McIlroy nach einer Runde von 77 Schlägen auf Platz 27 zurück und hat damit alle Siegchancen verspielt.

Die Führung auf dem Leaderboard gehört nach dem Samstag völlig überraschend dem Schweden Peter Hanson. Dieser hatte nach einem frühen Bogey im Verlauf seiner Runde 8 Birdies auf den Platz gezaubert und mit dieser Runde von 65 Schlägen das beste Tagesergebnis am Samstag und gleichzeitig im ganzen bisherigen Turnier erspielt. Das Gesamtergebnis von Peter Hanson ist nach drei Runden die Summe von 207 Schlägen, also 9 unter Par.
Ihm folgt auf Platz 2 der amerikanische Superstar Phil Mickelson. Trotz eines Schlages Rückstand gilt "Lefty", wie Phil Mickelson auch genannt wird, als der große Favorit für den Sieg. Phil Mickelson hat das Masters bereits dreimal in den Jahren 2004, 2006 und 2010 gewonnen. Phil Mickelson konnte bei seiner enormen Aufholjagd von seiner großen Erfahrung profitieren. Denn nach einer Runde von 74 Schlägen am Donnerstag konnte er sich am Freitag zunächst mit 68 Schlägen weit in die vordere Spitzengruppe schieben. Mit der 66er Runde vom Samstag stürmte er wie ein Tornado auf Platz 2 vor. Überragend waren dabei das Eagle auf dem 13. Loch, das als das Lieblingsgolfloch von Mickelson in Augusta gilt, sowie der großartige Putt zum Birdie auf dem 18. Grün unter frenetischem Beifall der "Patrons", wie die Zuschauer in Augusta genannt werden. Jedoch war nach eigener Auskunft die 74er Runde am Donnerstag die wichtigste Phase dieses Turniers für ihn gewesen, sagte Mickelson nach Abschluss der dritten Runde. Denn trotz seines schlechten Spiels sei er in der Lage gewesen, halbwegs den Anschluss an die führenden Spieler zu halten.
Diese beiden Spieler werden am Sonntag in der letzten Paarung des Tages an den Start gehen. Kurios ist dabei, dass Mickelson selbst dafür gesorgt hat, dass Peter Hanson sein größter Konkurrent am Sonntag sein wird. Denn beide haben an den ersten zwei Tagen schon gemeinsam ihre Runden in Augusta absolviert. Dabei hat Peter Hanson, wie er später zugab, bei seiner erst zweiten Teilnahme beim Masters extrem darauf geachtet, wie Mickelson seine Bälle ablegt und wie er die Grüns anspielt. Er hat also von Mickelson gelernt, wie der Kurs in Augusta richtig zu spielen ist. Allerdings sagte Hanson auch, dass er nervös sei und nun hoffe, vor lauter Aufregung gut schlafen zu können. Dieses Problem wird der erfahrene Mickelson sicher nicht haben.
Allerdings sollten die Golffans auch die Spieler dahinter nicht vergessen. Zwei Schläge hinter Hanson liegt der Südafrikaner Luis Oosthuizen, der im Gegensatz zu Hanson mit den British Open 2010 bereits ein Major Turnier gewinnen konnte. Im Gegensatz zu den beiden führenden Spielern ist die Bilanz von Luis Oosthuizen über das Wochenende wesentlich ausgeglichener und diese Konstanz könnte ihn auch für Phil Mickelson gefährlich machen. Ebenfalls noch in Reichweite sind Bubba Watson mit 3 Schlägen Rückstand auf Hanson sowie Matt Kuchar mit einem Rückstand von 4 Schlägen.
Weit abgeschlagen sind dagegen Superstar Tiger Woods und der aktuell beste deutsche Golfer Martin Kaymer. Bei Tiger Woods schien beim Masters überhaupt nichts zu funktionieren. Obwohl er gerade vor zwei Wochen das Turnier in Bay Hill gewonnen hatte und viele Golffans schon wieder dachten, er hätte zu alter Stärke zurück gefunden, brach er in Augusta brutal ein. Er konnte seine frühere Stärke beim Putten nicht ausspielen und schob viele Bälle am Loch vorbei. Dazu konnte er seine Fähigkeiten auf den Par 5 Löchern nicht ausspielen und so gelangen ihm nur ganz wenige Birdies. Dieser Frust entlud sich beim sonst eher kontrolliert wirkenden Tiger Woods dann sogar so weit, dass er nach einem missglückten Schlag seinen Schläger auf den Boden warf und anschließend weggetreten hatte.
Für Martin Kaymer war der fünfte Auftritt in Augusta auch nicht wirklich berauschend. Zwar schaffte er diesmal im fünften Anlauf endlich zum ersten Mal den Cut. Aber nach drei Runden ist ein Ergebnis von 6 über Par deutlich zu wenig für einen Spieler, der bereits Nummer 1 der Weltrangliste war.

